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Veranstaltung: TRILEMMA & KIRIK BEYAZ LALELER. Zwei Kurzfilme über Identität, Ausgrenzung und staatliche Gewalt. Mit den Regisseuren Aydın Öztek und Aykan Safoğlu

Sehr empfehlenswerte Veranstaltung!!

TRILEMMA & KIRIK BEYAZ LALELER
Zwei Kurzfilme über Identität, Ausgrenzung und staatliche Gewalt.

# Kino im Sprengel (Klaus-Müller-Kilian-Weg 1)
# Samstag, 10.5., 20.30 h

Mit den Regisseuren Aydın Öztek und Aykan Safoğlu
Die Diskussion nach der Filmvorführung moderiert Heinz-Jürgen Voß

Kurztext:
TRILEMMA thematisiert das skandalöse Ausmusterungsverfahren des türkischen Militär sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, KIRIK BEYAZ LALELER nimmt James Baldwins Aufenthalt in Istanbul zum Ausgangspunkt einer Reflexion und gewann 2013 den Großen Preis bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen.

- TRILEMMA (Çürüğüm Askerim Reddediyorum)
Aydın Öztek, Türkei 2009, 30 min., O.m.U.

In seinem Film stellt Aydın Öztek anhand von Interviews mit Betroffenen, Fachleuten und politisch Aktiven sowie Straßeninterviews die Situation junger Männer in der Türkei des Jahres 2009 dar, die vor der Alternative stehen, nach einem entwürdigenden Verfahren wegen ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung ausgemustert zu werden, gegen ihr Gewissen Kriegsdienst zu leisten oder sich durch Flucht zu entziehen.

Aydın Öztek ist ein in Deutschland lebender Filmemacher, der an der Hochschule Kandıra Public Relations und an der Universität Galatasaray in Istanbul Filmwissenschaften studierte. Bei der Präsentation seines Films auf dem Filmfestival Goldene Orange in Antalya im Jahre 2009 erlitt er einen schweren Unfall. Trotz einer Behinderung arbeitet er wieder an neuen Filmprojekten.

- KIRIK BEYAZ LALELER
von Aykan Safoğlu, Türkei/D 2013, 24 min., O.m.U.

Der Film ist eine Hommage an den amerikanischen Schriftsteller James Baldwin. Aykan Safoğlu verknüpft Baldwins Leben im selbstgewählten Exil in der Türkei mit der eigenen Biographie zu einem dichten Essay. Anhand von alten Fotografien folgen wir den Spuren James Baldwins ebenso wie Aykan Safoǧlus und seiner Familie durch Istanbul. Die Montagetechnik ist verblüffend einfach, Fakten und Fiktion verschwimmen. Safoǧlu nennt diese Form „Biomythography“, eine erfundene Lebensgeschichte laut der amerikanischen Schriftstellerin und Aktivistin Audre Lorde, die sich als „black lesbian feminist mother poet warrior“ bezeichnete. Die Fragen, die Aykan Safoǧlu in seinem Film verhandelt, stehen auch im Vordergrund von James Baldwins Werk. Der Film zeigt schwarze Überlebensstrategien im weißen Mainstream und erkundet queere Lesarten von Kultur, Politik und Identitäten. Der Film gewann 2013 den Großen Preis bei den 59. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen.

Aykan Safoğlu, Künstler und Filmemacher, geboren 1984 in Istanbul, lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte an der Universität der Künste Berlin und dem Bard College in New York. Seine Arbeiten waren 2013 bei uqbar Berlin, 2012 auf der International Biennale for Young Art Moskau und 2011 auf der Konsthall C in Stockholm zu sehen.

In Zusammenarbeit mit dem Friedensbüro Hannover und dem AstA der Leibniz Universität Hannover

Buch „Antifaschistische Frauen in Hannover: Zwischen selbstständigem Handeln und Familiensolidarität“

Das Buch „Antifaschistische Frauen in Hannover: Zwischen selbstständigem Handeln und Familiensolidarität“ ist soeben erschienen! Es erschließt u.a. Interviews, die bereits in den 1980er Jahren geführt wurden, aber bislang unveröffentlicht geblieben waren. Das Buch ist überall im Buchhandel und beim Verlag erhältlich; es wird am 10. März, 19:00 in Hannover vorgestellt: http://frieden-hannover.de/ . Zum Buch:

Brunhild Müller-Reiß
Antifaschistische Frauen in Hannover
Zwischen selbstständigem Handeln und Familiensolidarität

edition assemblage, Reihe: Lo.g.o, Band 2
288 Seiten, 19.80 Euro
ISBN 978-3-942885-55-3
Verlagsinformationen

Klappentext:
Das Buch schließt eine Lücke in der Frauen- und Widerstandsgeschichte. Frauen erzählen aus ihrem konkreten Leben.
Der politische Widerstand von Frauen wurde vielfach von der Forschung vernachlässigt und gesellschaftlich ignoriert. Dieses Buch fokussiert ihn. Basis bilden Interviews mit Frauen aus dem Widerstand gegen die NS-Diktatur, die bereits in den 1980er Jahren geführt wurden. Die Frauen kommen selbst zum Sprechen, ihre Erfahrungen werden öffentlich und vor dem Vergessen bewahrt.
Die Interviews spiegeln die wichtige und zum Teil lebensrettende Rolle von Frauen in Widerstand und ihr Alltagsleben zur Nazi-Zeit wieder, ebenso zeigen sie die Widersprüchlichkeit des „weiblichen Lebenszusammenhangs“, der durch eine Verschiebung der Blickrichtung der Interviews auf den „privaten“ Raum der Frauen deutlich wird. Die Interviewaussagen werden in den zeitgenössischen gesellschaftlichen Kontext gestellt, durch historische und methodische Überlegungen ergänzt und in die Tradition sozialistischer und feministischer Politik eingeordnet.

Rezensionsexemplare bestellbar über: info@edition-assemblage.de
Weitere Infos: http://www.edition-assemblage.de/antifaschistische-frauen-in-hannover/

Queere Politik, queere Praxis – Buch “Queer und (Anti-)Kapitalismus”

Gerade eingetroffen: “Queer und (Anti-) Kapitalismus”!!

Klappentext:
Die ‹Erfolgsgeschichte› der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der «Einsatz für Frauen- und Homorechte» als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln.
Im Band betrachten wir die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‹queer-feministischen Ökonomiekritik› vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Wir zeigen mögliche Verbindungen zum ‹westlichen Marxismus› Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den «Eine-Welt›»Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist für uns ein intersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er Jahren erarbeitet haben. Uns interessiert in diesem Band, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersuchen wir die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?

Voß, Heinz-Jürgen / Wolter, Salih Alexander:
Queer und (Anti-)Kapitalismus

Schmetterling-Verlag
1. Auflage 2013 / 160 Seiten / 12,80 EUR
ISBN 3-89657-061-7
Weitere Informationen

Demonstration, 1. September: “Krieg gegen Syrien? Wir sagen: NEIN!”

Krieg gegen Syrien? Wir sagen: NEIN!
Demonstration: Sonntag, 1. September, 13:30 Uhr, Trammplatz [Hannover]

“Lasst die UN ihre Arbeit machen.” Mit dieser Warnung vor einem kriegerischen Syrien-Einsatz wird EU-Parlamentspräsident Schulz in der HAZ v. 28. 8. 2013 zitiert. Noch sind die Inspekteure in Syrien dabei zu überprüfen, ob, und wenn ja, von wem der Giftgaseinsatz in Syrien ausgeübt wurde. Bevor dazu aber belastbare Ergebnisse vorliegen, kündigen USA, Großbritannien und Frankreich einen kriegerischen Einsatz gegen Syrien ohne UN-Mandat an.

Wir erinnern uns: Bereits zweimal haben die USA bei ihrem Versuch der Neuordnung des “Nahen Ostens” die ganze Welt massiv belogen!
- 1991 sorgte ein gefälschter Bericht über Babymorde in Kuwait für die Kriegsbereitschaft für den 1. Irak-Krieg.
- 2003 führte der erfundene ,Beweis’ von Massenvernichtungsmitteln im Irak dafür, dass die ,Koalition der Willigen’ unter der Führung der USA den Irak angriffen.

Darum . . . . kann auch der behauptete Chemie-Waffen -Einsatz Assads gegen das eigene Volk in Syrien gezielte Kriegspropaganda oder ein inszenierter Anschlag zur Beseitigung einer unbotmäßigen Regierung sein. Wir wissen es nicht. Trotz der laufenden UN-Kontrolle wird gedroht und vielleicht Krieg geführt, der noch mehr Elend bringen wird und zum Funken im Pulverfass im Nahen Osten werden kann.

Deshalb fordern wir die deutsche Bundesregierung, aber auch alle Staaten dieser Welt auf, zum Krieg gegen Syrien ,Nein’ zu sagen.
- Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen in die Krisenregion.
- Für Verhandlungen in Syrien durch die Kriegsparteien!
- Helfen Sie mit, Neue Kriege durch Aufklärung zu verhindern.

Krieg löst keine Probleme und darf nicht länger Mittel der Politik sein !

Aufrufende Gruppen: Friedensbüro Hannover e. V.; DFG-VK Hannover; ATTAC Hannover; Palästina Initiative; Bündnis für die Zukunft; DFG-VK Münster, Initiative Kein Militär mehr

Weitere Veranstaltungen am 1. September:

11 Uhr: Kundgebung und Gedenkveranstaltung, Ehrenfriedhof am Maschsee-Nordufer (IG Metall und DGB, Liste der regelmäßigen Veranstaltungen)

12 uhr Kundgebung und Gedenkveranstaltung, Aegidienkirche (Orga: DGB, Erklärung des DGB zum Antikriegstag)

Anschließend: zum Deserterusdenkmal (Trammplatz) und 13:30 Uhr Demonstration

Am 2. September: Diskussionsveranstaltung “Die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Schulen – eine kritische Analyse” (GEW)

Krieg beginnt hier! Veranstaltungen gegen die militaristische Feier der 1. Panzerdivision in Hannover 2012

In Afghanistan macht sie Krieg, in Hannover feiert sie: die 1. Panzerdivision. Was gern als „schönes Gartenfest“ bezeichnet wird, findet vor dem Hintergrund getöter Menschen in Afghanistan statt. Gegen den Krieg, gegen das militaristische Feiern und gegen den deutschen Militarismus gibt es seit Jahren in Hannover Widerstand: Die Proteste gegen das „Sommerbiwak“.

Als Gegenveranstaltung zum militaristischen Sommerbiwak findet das „Friedensbiwak“ statt. Dort werden jedes Jahr aktuelle friedenspolitische Themen diskutiert. In diesem Jahr findet es mit dem Thema „Mit deutschen Waffen sterben Menschen in aller Welt – Rüstungsexporte stoppen!“ statt.

Es referiert: Niels Dubrow, Rüstungsexperte und Waffenanalyst
Datum und Ort: 22. Juni 2012, 18.00 Uhr, Pavillon (Hannover)

Ankündigung: Die Bundesrepublik Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur weltweit. Neben Panzern und anderen Großwaffen stellen gerade Minen und Kleinfeuerwaffen und deren Export ein Problem dar. Der Export geht in alle Welt — nach Afrika, Asien, Amerika, Europa. Er geht selbst in unsichere Regionen und teilweise selbst in solche, die von einer Ausfuhrgenehmigung explizit ausgeschlossen sind (vgl. Bundestags-Drucksache 17/4677). Bei dieser Veranstaltung stehen ausgehend von einer Erörterung der Rüstungsexporte die Interessen der deutschen Außenpolitik im Blickpunkt. Es referiert der Experte für Rüstungsexporte Niels Dubrow, der unter anderem den „Rüstungsatlas Bodensee“ (2010) erarbeitet hat.

Eine Veranstaltung von Friedensbüro Hannover e.V., DFG-VK Hannover, in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen. Weitere Informationen: http://fbh.frieden-hannover.de .