Menschen leben lieber bunt als soldatisch: „Viele Freiwillige kündigen ihren Dienst schon nach wenigen Tagen“ (HAZ, 21.7.2011))

Nachdem die Bundeswehr in den vergangenen Wochen ihre Werbebemühungen verstärkt hatte und mit bunten Plakaten, Techniktrucks und lächelnden Gesichtern versucht hatte junge Leute für das Militär zu gewinnen, schlagen diese Bemühungen fehl. Selbst diejenigen, die sich anfänglich vorstellen konnten, ‚im Ernstfall‘ Menschen zu töten bzw. dabei behilflich zu sein, kehren der Bundeswehr in Scharen den Rücken. So haben bei der 1. Panzerdivision in Hannover, die insbesondere in Afghanistan aktiv ist, bereits innerhalb der erste drei Wochen nach Dienstantritt 14 Prozent der Rekruten und Rekrutinnen gekündigt. Dies berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) auf der Titelseite ihrer aktuellen Ausgabe vom 21. Juli 2011. Die HAZ problematisiert: „Viele Freiwillige kündigen ihren Dienst schon nach wenigen Tagen“ – und weiter: „Viele junge Männer und Frauen, die sich zum freiwilligen Dienst in der Armee entschlossen haben, nutzen ihre sechsmonatige Probezeit und kehren der Truppe Knall auf Fall den Rücken.“ Es gab „auffällig häufig Kündigungen aus persönlichen Gründen: Rekruten fühlten sich überfordert und mochten sich nicht an das Leben in der Kaserne und die soldatische Ordnung gewöhnen. Andere erhielten doch noch einen Studienplatz oder eine Zusage für eine Ausbildung in einem zivilen Beruf.“

Die bunten Werbeschilder trügen – und täuschen über antidemokratische Gehorsamspflicht und Disziplinierung hinweg, die individuelle Entscheidungen und Lebensplanungen verhindern. Aber Vorsicht ist geboten: Wer die ersten sechs Monate für den Ausstieg verpasst und sich als Zeitsoldat/in auf Dauer verpflichtet hatte, hat es schwer auszusteigen! Daher rechtzeitig entscheiden – und wer den Termin verpasst, Rat suchen, u.a. bei der Zentralstelle KDV.

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