
Von Ralf Buchterkirchen ist ein sehr gutes Buch erschienen! Es handelt von Deserteuren aus Hannover und solchen, die in Hannover hingerichtet wurden – und dem schwierigen Weg zu ihrer Rehabilitation, die erst in den letzten Jahren erfolgte.
Dabei greift es sowohl neuere Erkenntnisse der kritischen Männlichkeitsforschung auf und zeigt gleichzeitig, wie vielfältig und individuell die Gründe zu desertieren waren. Nicht selten hing ein Deserteur einfach an seinem Leben, konnte das Töten nicht mehr sehen, wollte zu seinen Lieben. Die individuellen Gründe rückt Ralf Buchterkirchen in den Blick.
“… und wenn sie mich an die Wand stellen” – Desertion, Wehrkraftzersetzung und “Kriegsverrat” von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945
von Ralf Buchterkirchen
178 Seiten, Paperback, zahlreiche Abbildungen
13,90 €, ISBN: 978-3-930726-16-5
Ausführliche Informationen beim Verlag.
Rezensionsexemplare können ebenfalls beim Verlag angefordert werden.

Nachdem die Bundeswehr in den vergangenen Wochen ihre Werbebemühungen verstärkt hatte und mit bunten Plakaten, Techniktrucks und lächelnden Gesichtern versucht hatte junge Leute für das Militär zu gewinnen, schlagen diese Bemühungen fehl. Selbst diejenigen, die sich anfänglich vorstellen konnten, ‚im Ernstfall‘ Menschen zu töten bzw. dabei behilflich zu sein, kehren der Bundeswehr in Scharen den Rücken. So haben bei der 1. Panzerdivision in Hannover, die insbesondere in Afghanistan aktiv ist, bereits innerhalb der erste drei Wochen nach Dienstantritt 14 Prozent der Rekruten und Rekrutinnen gekündigt. Dies berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) auf der Titelseite ihrer aktuellen Ausgabe vom 21. Juli 2011. Die HAZ problematisiert: „Viele Freiwillige kündigen ihren Dienst schon nach wenigen Tagen“ – und weiter: „Viele junge Männer und Frauen, die sich zum freiwilligen Dienst in der Armee entschlossen haben, nutzen ihre sechsmonatige Probezeit und kehren der Truppe Knall auf Fall den Rücken.“ Es gab „auffällig häufig Kündigungen aus persönlichen Gründen: Rekruten fühlten sich überfordert und mochten sich nicht an das Leben in der Kaserne und die soldatische Ordnung gewöhnen. Andere erhielten doch noch einen Studienplatz oder eine Zusage für eine Ausbildung in einem zivilen Beruf.“
Die bunten Werbeschilder trügen – und täuschen über antidemokratische Gehorsamspflicht und Disziplinierung hinweg, die individuelle Entscheidungen und Lebensplanungen verhindern. Aber Vorsicht ist geboten: Wer die ersten sechs Monate für den Ausstieg verpasst und sich als Zeitsoldat/in auf Dauer verpflichtet hatte, hat es schwer auszusteigen! Daher rechtzeitig entscheiden – und wer den Termin verpasst, Rat suchen, u.a. bei der Zentralstelle KDV.

(Flyer als pdf-Datei: Vorderseite / Rückseite)
# Mittwoch, 6. Juli 2011, ab 19 Uhr
# im Pavillon (Lister Meile 4, Hannover)
Beim diesjährigen „Friedensbiwak“ stehen die Rekrutierungsstrategien der Bundeswehr an Schulen im Fokus. Bei einer Podiumsdiskussion diskutieren Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Friedensbewegung und Gewerkschaft über die Werbestrategien der Bundeswehr und mögliche Konzepte dagegen. Auf Einladung von Friedensbüro Hannover e.V. und DFG-VK Hannover, in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hannover und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen, diskutieren auf dem Podium: Jonna Schürkes (Informationsstelle Militarisierung), Harald Haupt (Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Hannover Stadt), Manuel Junge (ehemaliger Schüler der Elsa-Brändtström Schule in Hannovers Südstadt) und N.N. (StadtschülerInnenrat Hannover). Im zweiten Teil wird die Diskussion geöffnet, so dass sich alle Interessierten mit Fragen und Anmerkungen einbringen können. Es moderiert Brunhild Müller-Reiß. (mehr…)
Nachdem die Äußerungen von Friedrich, der sich in seiner Antrittsrede zum Bundesinnenminister mit Ausführungen dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre gegen den Bundespräsidenten Christian Wulff wandte, auf breite Gegenwehr stießen, schlug Seehofer am heutigen politischen Aschermittwoch in die gleich Kerbe wie Friedrich: Der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Er führte gar die Aufklärung auf eine christlich-jüdische Tradition zurück. Indessen ist interessant, dass sich gerade die aufgeklärt zeigenden Europäer um 1800 ausdrücklich auf den Islam beriefen. Johann Wolfgang von Goethe studierte intensiv den Islam, Bettine von Arnim widmete eine ihrer Schriften ausdrücklich dem „Geist des Islam“. Der bekannte, die Vernunft des Menschen betonende, Roman „Robinson Crusoe“ aus dem 18. Jahrhundert, war eine späte Entsprechung einer von Ibn Tufail im arabisch-islamischen Mittelalter veröffentlichten Schrift, die die Vernunft des Menschen zentral gesetzt hatte: „Hajj ibn Jaqzan der Naturmensch“. (mehr…)
Die Zeit ist reif: Frauen nehmen ihre Zukunft in die eigenen Hände!
Heraus zum 8. März!
Dienstag, 8. März 2011
Kundgebung und Demonstration
16 Uhr Hauptbahnhof, Ernst-August-Platz
100 Jahre Internationaler Frauentag – Brot und Rosen! Her mit dem ganzen Leben!
Weltweit gehen am 8. März Frauen auf die Straße und fordern laut ein besseres Leben. Wir sind stolz darauf, dass der internationale Frauentag 100 Jahre alt wird. Es war die Sozialistin Clara Zetkin, die unter dem Eindruck des Streiks der US-amerikanischen Textilarbeiterinnen 1911 die Initiative
für den ersten Frauentag ergriff. Im Zentrum stand die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen und für besondere Frauenrechte. Mehr als eine Million Frauen gingen damals und gehen heute auf die Straße. (mehr…)